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Neubau eines KindergartensMehr Qualität und mehr Platz für mehr Kinder!

Die nachfolgende Stellungnahme der Gemeinde Bünsdorf zum Bürgerbegehren wurde am 28. September 2020 einstimmig durch die Gemeindevertretung beschlossen:

Warum benötigen wir zeitnah einen neuen Kindergarten?

Aufgrund gesetzlicher Vorgaben haben Eltern Anspruch auf Kinderbetreuung. Die Gemeinde ist gemeinsam mit dem Kreis als örtlicher Träger der Jugendhilfe in der Gewährleistungspflicht, Kindergartenplätze vorzuhalten. Es handelt sich um eine pflichtige Selbstverwaltungsaufgabe. Die jetzige Kindertageseinrichtung wird seit vielen Jahren als „Übergangslösung“ betrieben und stößt angesichts der räumlichen Vorgaben leider an ihre Kapazitätsgrenzen. Aktuell sieht es so aus, dass wir ab April 2021/2022 und im nächsten Kindergartenjahr infolge vorliegender Anmeldungen einen Mehrbedarf von mehr als 14 Plätzen haben. Bereits 2018 hat sich die Gemeindevertretung angesichts der zunehmenden Nachfrage nach Betreuungsplätzen (insbesondere für die unter Dreijährigen) und der zu erwartenden Veränderungen im Kindertagesstättengesetz mit den Möglichkeiten einer adäquaten Kinderbetreuung beschäftigt. Dabei hat sich gezeigt, dass die momentan genutzten Räumlichkeiten für einen weiteren Umbau nicht geeignet sind. Hierbei spielt ganz besonders der Raumbedarf für Kinderbetreuung, Ruheraum, Büro, Sozialraum, Toiletten und Wachmöglichkeiten eine Rolle. Mit dem Neubau können wir alle Kinder unserer Gemeinde aufnehmen. Damit müssen wir den Eltern nicht zumuten weite Wege zu fahren, um ihre Kinder betreuen zu lassen.

Welche Fläche wird durch den Kindergarten benötigt?

Die Grundfläche für das Gebäude beträgt für den Kindergarten ca. 325 m² mit einer Außenspielfläche von ca. 600 m². Insgesamt werden somit ca. 925 m² für den Kindergarten benötigt, von denen jedoch vielleicht nur knapp ein Drittel bebaut würde.

Gibt es alternative Standorte?

Bei Planungsbeginn im Jahr 2018 gab es keine alternativen Flächen, die baurechtlich ohne Probleme für den Neubau zur Verfügung standen.

Zwischenzeitlich wurden viele Standorte erneut geprüft und erörtert. Seit Kurzem gibt es eine weitere Option, mit einem Teil der Kirchenfläche hinter dem derzeitigen Standort des Kindergartens. Gleichwohl wird die alternative Fläche vom Zuschnitt, der Geländestruktur, der Größe und der Zuwegung seitens der Gemeindevertretung als problematisch gesehen.

Wie sieht es mit der Finanzierung aus?

Die Planungen begannen bereits 2018 und berücksichtigen deshalb nur den Standort „Seewiese“. Hier rechnen wir mit Baukosten von rund 880.000 Euro. Nicht eingerechnet sind dabei Kosten für die Innenausstattung. Die zugesagten Fördermittel in Höhe von 606.000 Euro sind an den Standort „Seewiese“ gebunden und entfallen bei einer Entscheidung gegen die Seewiese ersatzlos. Ein neuer Förderantrag wäre für einen alternativen Standort zu stellen. Ob und wann mit einer Förderung an einem alternativen Standort gerechnet werden kann, ist nicht absehbar.

Zudem müsste die Gemeinde abgesehen von den Baukosten zusätzlich noch die Kosten für den Grunderwerb, entsprechender Nebenkosten und neuerlicher Planungen aufbringen. Dieses bedeutet für die Gemeinde einen Mehrbetrag von etwa 700.000 Euro. Der finanzielle Spielraum der Gemeinde wird über Jahre eingeschränkt. Beispielsweise könnte es zu einer Erhöhung der Grundsteuer kommen, bzw. andere geplante Maßnahmen, wie der Radwegebau an der K2, könnten sich nach Hinten verschieben.

Bietet der Bau auf der Seewiese auch Chancen?

Mit dem Standort Seewiese bleibt der Kindergarten als Mittelpunkt im Dorf und wird durch eine attraktive Gestaltung die gesamte Seewiese aufwerten. Sowohl die Seewiese als auch der Seeblick bleiben trotz der Bebauung erhalten.

Geplant ist ein eingeschossiges Pultdachgebäude, mit einem Außengelände, dessen Flächenbedarf nicht mehr als etwa 1/5 der Gesamtfläche des Seegeländes in Anspruch nehmen wird. Die momentanen Nutzungsmöglichkeiten der Seewiese sollen erhalten bleiben und durch eine attraktive Mehrfachnutzung des Kita-Außengeländes aufgewertet werden. Die Außenflächen sind im Detail bisher noch nicht geplant, müssen insgesamt aber eingezäunt sein, sodass die Sicherheit der Kinder gewahrt bleibt. Allerdings soll der öffentliche Spielplatz durch den Kindergarten mit genutzt werden.

In Workshops und Sitzungen konnten sich Bürger und Bürgerinnen dazu einbringen und haben so an der Gestaltung mitgewirkt. Der Kindergarten soll mit einem roten Klinkerstein versehen werden.

Geplant sind zwei helle und großzügige Gruppenräume mit direktem Zugang zum Außengelände. Es wird zudem ein separater Mehrzweckraum für beispielsweise gemeinsames Mittagessen oder für die Lernwerkstatt eingerichtet. Die Küche wird so geplant, dass die Kinder die Möglichkeit des gemeinsamen Backens oder Kochens haben.

Darum hält die Gemeindevertretung die Seewiese für den besten Standort:

  • Es gibt Platzbedarf ab April 2021.
  • Das Bauland gehört bereits der Gemeinde, ein Ankauf ist nicht nötig.
  • Die Fördermittel von 606.000 Euro sind an die Seewiese gebunden und gesichert.
  • Das vorgeschlagene alternative Grundstück ist für die Zwecke ungünstig, wird nicht durch den Kreis gefördert und die Planungen haben noch nicht einmal begonnen.
  • Das vorgeschlagene alternative Grundstück bedeutet Mehrkosten für die Gemeinde von 700.000 Euro sowie einen nicht kalkulierbaren Zeitverzug.
  • Eltern verdienen eine ortsnahe Betreuung in der Gemeinde.
  • Die Kita am See bietet auch Chancen, z. B. die eines neuen Kommunikationszentrums mitten im Dorf – für alle.
Die Gemeindevertretung spricht sich für einen Kindergartenneubau auf der Seewiese aus!

Nach einstimmigem Beschluss der Gemeindevertretung am 28. September 2020:

Kai Bartels | Katharina Bielfeldt | Hans-Peter Bock | Anne-Kathrin Braumann | Carsten Fedder | Jürgen Kuhr | Christian Kühne | Jens Langewitz | Thorsten Schulz